GEORGIEN

Als Gott das Land an die Völker verteilte, verspäteten sich die Georgier. Zuerst war der Herr erbost, denn alles Land war bereits vergeben. Doch die Fröhlichkeit der Georgier versöhnte ihn, und er schenkte ihnen den Flecken Erde, den er eigentlich sich selbst vorbehalten hatte.

 

Wenn man das Land kennenlernt, kann man sich gut vorstellen, dass es so gewesen sein könnte.

Dennoch war ich skeptisch, als ich das erste Mal nach Georgien kam. Erstmals ein Hauch von Asien. Meine Bedenken wichen am Flughafen von Tiflis, als mich meine Gastfamilie abholte. Die Skepsis drehte sich postwendend in Zuneigung - und sie wurde nicht enttäuscht.

Georgien bietet auf engstem Raum immensen landschaftlichen Reichtum, und die Georgier sind ein gastfreundliches Volk. Wirklich.

Georgien ist ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Dort gibt es alles: Berge, Flüsse, Seen, das Schwarze Meer, unberührte Landschaften, eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt, Archäologie und Kirchenkunst, die vor allem in Gestalt der unzähligen Klosteranlagen jeden Besucher begeistert.

Die Geschichte Georgiens war wechselvoll und sie ist es noch immer. Erst mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion gewann das Land seine Unabhängigkeit wieder, die es vor Jahrhunderten, erst an Perser und Türken, dann an den russischen Zaren, verloren hatte. In der sowjetischen Ära war die Georgische Sowjetrepublik eine der bedeutendsten Regionen der UdSSR.

 

Die Unabhängigkeit begann mit einem Bürgerkrieg und Konflikten, die 2008 in einer Auseinandersetzung zwischen Georgien und Russland gipfelten. Von Reisen in die abtrünnigen Landesteile Abchasien und Südossetien rät das deutsche Auswärtige Amt nach wie vor ab.

Mit der "Rosenrevolution" im Herbst 2003 endete die Ära Schewardnadse und es begann die von Micheil Saakaschwili. Die dauerte bis November 2013. Die Regierungen unternahmen in den vergangenen Jahren große Anstrengungen, um den einstigen Ruf Georgiens als Paradies für Reisende  wiederherzustellen.