INTERVIEW

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FOTO: KLAUS RICHTER

Das Land der Eltern entdecken

Mit bewegenden Geschichten und stimmungsvollen Bildern entführt der Reisefotograf und Redakteur Stefan Pompetzki in den Nordosten Polens. Dazu unsere Freitags-Fragen:

Frage: Reisen bedeutet für mich . . .

Freiheit. Die Befriedigung der Neugier auf andere Länder, deren Menschen und die Lebensart dieser Menschen kennenzulernen. Ich halte es mit dem Naturforscher Alexander von Humboldt: Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.

Woher kommt die Leidenschaft?

Schwere Frage. So gerne ich in Deutschland lebe, so spüre ich in kurzen Abständen, dass ich wieder raus muss. Um Neues zu erleben.

Wann kam das Fotografieren dazu?

Die Fotografie war lange vor den Reisen. Meine erste Spiegelreflexkamera kaufte ich von sauer Erspartem mit 14 Jahren.

Ihre erste Live-Multivision ging über . . .

Irland. Damals mit Diaprojektoren und Karussell-Magazinen. Die Musik kam aus einem Ghettoblaster. Heute unvorstellbar.

Wie sehen die weiteren Projekte aus?

Derzeit arbeite ich an einer Multivision über das Baltikum.

Wie viel Arbeit steckt in einem solchen Vortrag?

Wahnsinnig viel. Aber ich betrachte das nicht als Arbeit. Das ist eine Leidenschaft. Allein die Programmierung einer solchen Multivision nimmt hunderte Stunden in Anspruch. So ein Projekt wächst, es kommen immer neue Ideen dazu.

Wann ist ein Vortrag ein guter Vortrag?

Wenn die Besucher zufrieden nach Hause gehen – und das Eintrittsgeld nicht bereuen.

Wie kamen Sie auf Masuren?

Meine Eltern stammen aus Ostpreußen. Insofern ist diese Multivision sehr persönlich.

Masuren in drei Sätzen?

Eine friedliche Gegend. Unspektakulär, aber wunderschön. Mit tausenden Seen und dichten Wäldern. Selbst ein Wasserfall wäre dort zu laut. Das waren vier Sätze.

Der Masuren-Vortrag hat in Kitzingen Premiere – schon aufgeregt?

Gott sei Dank bin ich kaum noch aufgeregt. Ich überlasse wenig dem Zufall. Vor jeder Premiere gibt es einen Probevortrag vor Freunden – und die kennen kein Pardon!

Warum Kitzingen?

Vor drei Jahren hatte ich die Möglichkeit, meine Multivision über Schweden in Kitzingen zu zeigen. Das hat viel Spaß gemacht, weil die Zuschauer mitgemacht haben. Und die Alte Synagoge ist ein großartiger Vortragssaal mit perfekten Voraussetzungen. Es ist familiär.

Wie viele Bilder gibt es von der Reise – und wie viele werden gezeigt?

Es gab insgesamt vier Reisen mit etwa 6000 Bildern – rund 500 schaffen es in den Vortrag.

Meine nächste Reise . . .

 . . . führt mich wieder ins Baltikum. Dieses Jahr vornehmlich nach Litauen und Lettland.

MAIN POST 23.02.2018